Wie entstehen Wellen?
Die Entstehung einer surfbaren Welle beginnt weit draußen auf dem offenen Meer. Wenn dort Wind über längere Zeit über die Wasseroberfläche bläst, überträgt er Energie aufs Wasser – es entstehen kleine Kräusel, die sich zu immer größeren Wellen entwickeln.
Diese Energie wandert in Form von Swell durch den Ozean, oft über hunderte oder sogar tausende Kilometer hinweg. Dabei sortieren sich die Wellen unterwegs: Längere Wellen (mit größerer Periode) laufen schneller und gleichmäßiger – sie setzen sich durch und bilden einen geordneten Swell.
Je näher die Wellen an die Küste kommen, desto mehr wirkt der Meeresboden mit: Er bremst den unteren Teil der Welle ab, während der obere Teil weiterläuft – so entsteht der Moment, in dem die Welle bricht.
Wichtig für dich als Surfer:
Das Meer ist ständig in Veränderung und sieht zu jeder Tageszeit anders aus. Über den Erfolg deiner Surf-Session entscheidet nicht nur die richtige Spot-Auswahl, das passende Equipment und die Qualität der Welle. Es ist außerdem hilfreich und wichtig die Basics über Wetterkunde, Wellenentstehung und die verschiedenen Bedingungen zu kennen.
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- Wind erzeugt Wellen: Je stärker & konstanter, desto mehr Energie.
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- Längere Periode = mehr Power: Diese Wellen sind geordneter, sauberer – und oft größer.
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- Wellen brechen, wenn’s flach wird: Der Meeresboden zwingt sie dazu.
Swells – warum sie über den Erfolg einer Surfsession entscheiden
Durch Windströmungen über dem Meer bilden sich Wellen. Die dabei entstehende Energie entlädt sich in Wogen, die im gleichmäßigen Rhythmus aufeinander folgen und als Dünung oder Swell bezeichnet werden.
Zunächst wandern die Swells über die Ozeane. Wenn sie in flache Gewässer geraten und die Energie nach oben gedrückt wird, fallen sie durch die Schwerkraft vornüber und brechen als Wellen.
Weißt du, dass ein solider Swell Entfernungen von bis zu 1.000 Kilometern pro Tag zurücklegen kann? Größere Wellen wandern sogar noch schneller und überholen kleinere Wellen. Dabei übernehmen sie deren Energie, während sie gleichzeitig die kleinen Wellen auflösen. Auf diese Weise entstehen Sets als Wellengruppen, die von Set-Pausen als Ruhephasen abgelöst werden.

Wellenbrechung
Trifft die Dünung auf die Küste, wird sie vom Untergrund abgebremst. Die Wellen schieben sich enger zusammen und bauen sich immer höher auf. Das sind die Sets, nach denen wir im Line Up Ausschau halten. Die Wasserteilchen am Meeresgrund wurden mittlerweile so stark abgebremst, dass die oberen, ungebremsten Teilchen nach vorne kippen. Die Welle bricht.
Strömungen
Bricht eine Welle, gerät Wasser in Bewegung. Bewegtes Wasser ist Strömung. Mit der Wellenbrechung verläuft die Strömung beispielsweise an einem Beachbreak über die Sandbank in Richtung Ufer. Wenn der erste Wellenschub nachlässt, fängt das Wasser an, seitlich von der Sandbank in die tieferen Strömungsgraben abzufließen. Diese nennt man Channels. Die Seitenströmung kann einen schnell in den Channel und aufs offene Meer hinaus ziehen. Daher ist es besonders wichtig, auf Strömungen und Channels zu achten.
Warum Wellen in Gruppen kommen: Sets & Setpausen
Wellen rollen selten gleichmäßig ein – sie kommen in Gruppen, den sogenannten Sets. Das liegt daran, dass sich auf dem Weg zur Küste Wellen ähnlicher Geschwindigkeit bündeln. Zwischen diesen Sets gibt es Pausen, die du nutzen kannst, um entspannt rauszupaddeln oder eine Verschnaufpause einzulegen.
Je länger die Periode, desto deutlicher sind die Sets voneinander getrennt – aber Achtung: längere Setpausen können trügen. Der nächste Satz kommt oft kräftig und schnell.
Das solltest du wissen:
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- Sets = Wellenpakete mit Power
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- Setpausen = gute Zeit zum Rauspaddeln
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- Längere Periode = klarere Sets, aber mehr Energie
Der Moment der Wahrheit: Wenn die Welle bricht
Sobald die Welle den flacheren Bereich vor der Küste erreicht, verändert sich ihr Verhalten. Der untere Teil wird vom Boden abgebremst, während der obere sich weiterbewegt – die Welle kippt nach vorn und bricht.
Welche Art von Welle dich erwartet, hängt stark vom Untergrund ab. Bei Sandstränden – sogenannten Beachbreaks – ist der Meeresboden oft variabel, was die Wellenform unberechenbarer, aber auch weicher macht. Riffe (Reefbreaks) sorgen für präzise, kraftvolle Wellen, die aber für Anfänger:innen riskanter sein können. Besonders beliebt, vor allem bei fortgeschrittenen Surfer:innen, sind Pointbreaks: Hier läuft die Welle entlang einer Landzunge oder Küstenlinie ab und kann richtig lang und sauber brechen – perfekt zum Cruisen.
Du willst wissen, welche Wellentypen es gibt und wie sie sich beim Surfen anfühlen? Dann lies weiter unter:
Wellentypen einfach erklärt
Wind und Wetter: Der Feinschliff deiner Welle
Selbst wenn der Swell perfekt ist – der Wind entscheidet, ob die Welle surfbar bleibt oder nicht. Ein auflandiger Wind (Onshore) drückt die Wellen ungleichmäßig zusammen und sorgt für viel Weißwasser. Ablandiger Wind (Offshore) hingegen hält die Lippe länger oben, macht die Welle sauberer und oft auch „hohler“.
Auch der Zeitpunkt des Tages spielt mit: Morgens herrschen oft offshore-Bedingungen, mittags frischt thermischer Onshore auf, abends beruhigt sich der Wind oft wieder.
👉 Alle Details dazu findest du im Beitrag Wind & Gezeiten einfach erklärt
Merke dir:
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- Onshore (auflandig) = chaotisch, kabbelig
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- Offshore (ablandig) = sauber, hohl, besser surfbar
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- Thermik = morgens besser als mittags
Die Rolle der Gezeiten (Tide)
Die Tide beeinflusst, wann dein Surfspot funktioniert – und wann nicht. Bei Ebbe liegt der Meeresboden oft freier, was zu schnelleren, radikaleren Wellen und mehr Strömung führen kann. Bei Flut sind die Wellen weicher, rollen länger und sind manchmal leichter zu nehmen.
Entscheidend ist aber meist die Zeit dazwischen – die sogenannte Mid Tide. Hier verändert sich der Charakter des Spots oft am stärksten.
Tipp aus der Praxis:
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- Finde heraus, bei welcher Tide dein Spot am besten läuft.
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- Notiere dir gute Sessions mit Tide-Zeitpunkt – so findest du dein persönliches Tidenfenster.
Mehr über die Rolle der Gezeiten erfährst du in unserem Beitrag: Wind & Gezeiten im Surf-Check
Den Surf Forecast richtig lesen
Ein Forecast hilft dir zu planen – aber nur, wenn du weißt, wie du ihn liest. Bevor du auf Zahlen schaust, solltest du die Ausrichtung deines Spots kennen: Kommt der Swell überhaupt an? Danach helfen dir diese Werte:
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- Swellrichtung: Muss mit der Küstenform deines Spots harmonieren.
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- Swellhöhe: Gibt dir eine grobe Vorstellung von der Energie.
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- Periode: Kurze Perioden (unter 9 s) = chaotisch, lange (über 9 s) = geordneter Swell.
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- Wind: Offshore ist ideal. Starker Onshore? Lieber noch mal überlegen.
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- Tide: Entscheidend für Wellenform und Strömung.
Aber: Der Forecast ist nur Theorie. Schau dir den Spot live an – oft sagt dir ein kurzer Blick aufs Meer mehr als jede App.
🔎 Alles rund ums Forecast-lesen findest du hier:
👉 Surf Forecast verstehen – Schritt für Schritt




