Wellenvorhersage & Surf Forecast
Den Surf Forecast richtig lesen
Lernst du gerade surfen oder hast du bereits Erfahrung im Surfsport gesammelt? Dann kennst du die Bedeutung des Surf Forecasts für deinen Surf. Einen Surf Forecast richtig zu lesen und entsprechend zu interpretieren, kann eine Wissenschaft für sich sein. Auf wellenreiten.de, deinem Portal rund um das Surfen, findest du in der Rubrik Surf Wissen, die wir für dich zusammengetragen haben, wichtige Informationen und Tipps. Ein Surf Forecast gibt Aufschluss über wesentliche Faktoren, die deine Surfsession beeinflussen und diese deutlich vereinfachen können. Die aktuelle Wellenvorhersage ermöglicht zumindest eine grobe Einschätzung, ob es lohnenswert ist, den Surf zu checken. Obwohl kein Surf Forecast zu 100 Prozent genau sein kann, sind jedoch wesentliche Tendenzen zu erkennen. Eine große Rolle beim Lesen eines Surf Forecasts spielen Swell Richtung, Swellgröße und Periode, die für die Wellen Qualität entscheidend sind. Um den Surf Forecast richtig zu interpretieren, ist es wichtig, den jeweiligen Surf-Spot sowie die Rahmenbedingungen vor Ort zu kennen.
Grundvoraussetzung
Bevor du einen Surf Forecast richtig interpretieren kannst, solltest du den jeweiligen Spot und die Rahmenbedingungen vor Ort kennen. Dabei ist es hilfreich, dass du den besten Gezeitenstand des Spots und die geografische Ausrichtung kennst.
Anhand der Lage kannst du ableiten, aus welcher Richtung der Swell kommen sollte, damit Wellen im idealen Winkel auf die Küste treffen. Außerdem lässt sich durch die Lage des Spots bestimmen, aus welcher Richtung der Wind blasen sollte. Warst du zuvor noch nie an dem Spot und kennst dich noch nicht aus, findest du diese Infos auch in verschiedenen Spotguides im Internet.
Swellrichtung
Die Swellrichtung gibt die Richtung an, aus welcher der Swell auf den Surfspot trifft. Damit die Wellen am Spot ankommen, muss die Swellrichtung mit der Ausrichtung des Surfspots zusammenpassen. Passen die beiden Faktoren nicht zusammen, sind die Wellen deutlich kleiner, als an umliegenden Spots mit passender Ausrichtung, oder es ist komplett flach.
Swellgröße
Die Swellgröße gibt an, wie stark der Sturm auf dem offenen Meer war. Je stärker der Sturm, desto größer der Swell und die Wellen, die an Land treffen. Die Swellgröße bestimmt allerdings nicht gleich die Wellengröße am Surfspot. Wie groß die Wellen am Surfspot dann wirklich sind, hängt auch von der Swellrichtung, den Sandbänken und der Tide ab.
Periode

Ein Swell, der schon eine weite Strecke zurückgelegt hat, hat eine größere Periode. Der Abstand zwischen den Wellen ist größer, du hast mehr Zeit und die Wellen sind geordneter, kraftvoller und schneller. Eine große Periode wirkt sich außerdem positiv auf die Größe der Wellen aus.
Liegt direkt vor der Küste ein Tiefdruckgebiet, hat sich der Swell erst wenig sortiert. Dann treffen Wellen in unterschiedlicher Größe und in kurzen Abständen auf die Küste. Die Periode ist klein und es gibt kaum Pausen zwischen der Sets. Das macht das Rauspaddeln schwieriger.
Die Periode gibt also an, wie viele Sekunden zwischen zwei Setwellen liegen. Bei einer Periode bis 9 Sekunden spricht man von einem Windswell, der nicht weit von der Küste entsteht. Alles darüber bezeichnet man als Groundswell. Groundswell entsteht weit draußen auf dem offenen Ozean und hat eine lange Reise hinter sich, wenn er auf die Küste trifft. Unter einer Periode von 7 Sekunden kann es ungemütlich werden. Windswell muss aber nicht unbedingt schlecht sein und kann bei den richtigen Bedingungen auch richtig gute Wellen liefern.
Wellenbemessung & Wellengröße
Wellen werden in Fuß oder Metern gemessen. 1 Fuß sind gute 30 Zentimeter – 3 Fuß demnach fast 1 Meter. Sagt die Wellenvorhersage 1 Meter Swell voraus, baut sich die Welle, kurz bevor sie bricht, bis um das Doppelte auf. Das Face der Welle gibt somit die Brechungsgröße an.
Surf Forecasts berechnen die Wellengröße aus den einzelnen Parametern wie Periode, Swellgröße und -richtung. Die Angabe zur Wellengröße ist nur eine Schätzung und keine genaue Angabe. Bei einer größeren Periode kannst du auch von größeren Wellen ausgehen, als die Wellengröße der Vorhersage angibt.
Hilfreicher als eine genaue Meteranzahl ist es, dir die Wellen selbst genau anzusehen und das Verhältnis der Wellengröße zum Surfer zu beobachten. Headhigh, Overhead oder Doubleoverhead – bei Headhigh spricht man dann von etwa 1 Meter Swell und 2 Meter Brechungshöhe.
Windstärke & Windrichtung
Der Wind spielt bei der Qualität der Wellen eine große Rolle. Am Besten sind ablandiger Wind (Offshore) oder wenig bis kein Wind. Die Zahl im Surf Forecast zeigt die Windstärke in km/h an und die Pfeile geben die Windrichtung an. Haben die Pfeile in dem Surf Forecast, den du dir aussuchst, verschiedene Farben, zeigen diese die Bewertung des Windes an. Grün etwa steht für guten Wind (Offshore), rot für schlechten Wind (Onshore). Damit du weißt, welche Windrichtung für deinen Surfspot ideal ist, solltest du wissen, wie der Spot geographisch ausgerichtet ist.
Tide
Bei der Tide handelt es sich um die Gezeiten, also um Ebbe und Flut. Manche Spots funktionieren nur bei einer bestimmten Tide. Ein Reefbreak kann zum Beispiel bei High Tide zu flach brechen oder bei Low Tide zu seicht sein, so dass du dem Riff deutlich zu nahe kommst.
Websites & Anbieter
Für Surf Forecasts und Wellenvorhersagen gibt es eine große Auswahl an Websites und App-Anbietern. Zu den bekanntesten gehören Magicseaweed, Surfline, Surf-Forecast, Windguru und Glassy Surf Report. Jetzt heißt es Forecasts lesen, lernen und einen noch besseren Surf genießen!




