Surfreviere
Surfreviere & Untergründe
Ob du gerade erst ins Surfen einsteigst oder schon jahrelang mit deinem Board um die Welt reist – früher oder später stellst du dir diese Fragen:
Warum brechen an manchen Küsten Wellen wie im Bilderbuch, während es ein paar Kilometer weiter nur choppy Weißwasser gibt? Was macht einen Ort zum Surfspot – und wie wirken Wind, Swell, Gezeiten und vor allem der Untergrund zusammen?
Die Antwort beginnt bei zwei grundlegenden Begriffen, die du als Surfer:in kennen solltest:
👉 Surfrevier und Untergrund.
Ein Surfrevier ist nicht einfach irgendein Strand – es ist eine ganze Küstenregion, in der sich mehrere Surfspots tummeln. Oft teilen sie sich die gleichen Bedingungen:
Swellrichtung, Windmuster, Gezeitenfenster – und ganz wichtig: die Art des Untergrunds, über den die Wellen brechen.
Denn der Untergrund – ob Sand, Fels oder Riff – ist wie ein unsichtbarer Architekt unter Wasser: Er formt die Welle, bestimmt ihre Länge, Geschwindigkeit und auch, wie gefährlich oder anfängerfreundlich sie ist.
Surfrevier vs. Surfspot – was ist was?
Bevor wir in die Details der Untergründe eintauchen, kurz zur Begriffsklärung:
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Surfrevier: Ein größerer Küstenabschnitt bzw. eine Region mit mehreren Surfspots, die oft ähnliche Exposition (z. B. West-Swell), Windmuster und Gezeitenfenster teilen.
→ Beispiel: Nordspanien – Baskische Küste mit legendären Spots wie Zarautz, Mundaka oder Playa de la Zurriola. -
Surfspot: Der konkrete Ort, an dem die Welle bricht – also der Punkt, an dem du mit deinem Board ins Line-up paddelst. Jeder Spot hat seine eigenen Charakteristika: mal sanft, mal hohl, mal freundlich, mal herausfordernd.
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Untergrund: Der Boden, über dem die Welle bricht. Ob Sandbank, Fels oder Korallenriff – der Untergrund beeinflusst maßgeblich, wie die Welle bricht und für wen sie geeignet ist.
👉 Merke:
Revier = Gebiet, Spot = Punkt, Untergrund = Wellenformgeber
Beachbreaks sind optimal für Anfänger
Der Beachbreak gilt als optimaler Surf-Spot für Anfänger. Bei einem Beachbreak handelt es sich um einen Surf-Spot, der an einem Sandstrand oder auf sandigem Untergrund bricht. Die Wellenform hängt auch von der jeweiligen Form der Sandbank ab. Auf Sandboden läuft es sich wesentlich angenehmer als auf felsigen Böden, sodass der Beachbreak zu den freundlichsten Surfspots zählt. Wellen brechen allerdings nicht immer an exakt derselben Stelle. Deshalb wird ein Beachbreak auch als Multi Peak oder Shifting Peak bezeichnet. Wird die Dünung zu groß, können Beachbreaks außer Kontrolle geraten. Als Surf-Anfänger bekommst du beim Wellenreiten oft mehr Wellen ab, auch wenn du nicht direkt am Main Peak sitzt.
Dies ist dadurch bedingt, dass große Wellen viel Wasser in Bewegung bringen, wodurch eine kräftigere Strömung entsteht. Schlagen die Wellen auf der vollen Breite gleichzeitig um, sind sie nicht mehr surfbar und es wird vom closed out gesprochen.
Bevor du zum Surfen gehst, solltest du deshalb vom Strand aus einen Spotcheck machen. Dabei siehst du, wo genau und wie sowie auf welchem Untergrund die Wellen brechen und wo die Strömungen verlaufen.
Tipp: Vor dem Surfen Spotcheck machen – wo sind Sandbänke & Channels?
Reefbreak
An einem Reefbreak musst du auf jeden Fall die richtige Tide beachten. Bei niedrigen Gezeitenständen können einige Riffe richtig gefährlich werden, da sie trocken laufen. Das kann das Wellenreiten mitunter lebensgefährlich machen.
Am Peak – dem Punkt, an dem die Wellen brechen – sitzen die erfahrenen Surfer und schnappen sich die besten Wellen des Sets. Wenn du zurückhaltend auf der Wellenschulter sitzt, musst du dich meist gedulden, bis du eine Welle abbekommst. Die Wellen selbst sind recht einfach zu Surfen. Sie brechen organisierter und sind dadurch berechenbarer.
Reefbreaks eignen sich für Surfer, die grüne Wellen sicher surfen und vor allem auf die Wellenschulter lenken können. Auf einem Riff kommst du dem felsigen Untergrund schnell gefährlich nahe.
Tipp: Tide & Entry/Exit kennen, ggf. Booties mitnehmen!
Pointbreak
Pointbreaks produzieren lange, sauber brechende Wellenschultern und funktionieren auch bei großen Swells. Wenn die Dünung an der Küste auf eine Landzuge trifft, brechen die Wellen an genau diesem Punkt. Bei optimalem Untergrund drehen sich die Wellen um den Punkt und laufen schräg zur Küste in die Bucht hinein, die hinter dem Point liegt. Pointbreaks sind am beliebtesten und daher oft recht crowded.
Tipp: Peak-Etikette wahren, Einstieg & Strömung beobachten!




