Du willst mit dem Surfen starten, fragst dich aber: Welcher Neoprenanzug ist der richtige? Wie dick muss er sein? Und was bedeuten eigentlich 4/3 oder Chest-Zip? Dann bist du hier genau richtig!
In diesem Guide findest du alle Antworten – leicht verständlich, sodass du als Anfänger direkt aufs Surfbrett steigen kannst. Du erfährst, welche Wetsuit-Dicke zu welchen Temperaturen passt, welche Modelle es gibt, worauf du beim Kauf achten solltest und wie du deinen Anzug richtig pflegst. Egal ob du gerade erst deine erste Surfsession planst oder schon ein paar Wellen gesurft bist: Mit diesem Wissen bist du bestens vorbereitet, länger im Wasser zu bleiben und dabei warm & sicher zu surfen.
Was ist ein Neoprenanzug – und warum brauchst du ihn zum Surfen?
Klingt erstmal technisch, ist aber schnell erklärt: Ohne Wetsuit wird’s beim Surfen schnell frisch – selbst im Sommer! Denn Wind, Wasser und lange Pausen zwischen den Sets kühlen deinen Körper aus.
Ein Neoprenanzug (Wetsuit) besteht aus geschäumtem Kautschuk. Er hält eine dünne Wasserschicht zwischen Haut und Anzug, die durch deine Körpertemperatur erwärmt wird. So bleibst du warm, beweglich und sicher – selbst bei kühlen Bedingungen oder längeren Sessions im Wasser.
Merke: Je kälter das Wasser, je stärker der Wind oder je länger deine Session, desto dicker und dichter (→ Nähte & Versiegelung) sollte dein Wetsuit sein.
Welche Wetsuit-Dicke bei welcher Wassertemperatur?
Du willst wissen, wie dick dein Wetsuit sein sollte? Gute Frage – denn die richtige Dicke macht den Unterschied zwischen “durchgefroren nach 20 Minuten” und “happy paddling bis zum Sonnenuntergang”.
| Wassertemperatur | Empfohlene Dicke | Typische Bedingungen |
|---|---|---|
| ≥ 21 °C | 1–2 mm | Tropen, Hochsommer |
| 16–21 °C | 3/2 mm | Sommer in Südeuropa |
| 12–18 °C | 4/3 mm | Frühling/Herbst |
| 8–12 °C | 5/4 mm oder 5/3 mm | Atlantik, Nordsee |
| < 8–10 °C | 6/5/4 mm mit Haube | Winter, Eissurfen |
Welche Neoprenanzug-Typen gibt es – und welcher passt zu dir?
Nicht jeder Wetsuit ist gleich – es gibt verschiedene Modelle für unterschiedliche Bedingungen. Damit du nicht im Neopren-Dschungel landest, bekommst du hier den Überblick:
- Fullsuit / Steamer: Der Allrounder – lange Arme & Beine, ideal für Frühjahr, Herbst und kühlere Sommer. Gibt’s auch mit integrierter Haube.
- Shorty / Springsuit: Kurzärmlig und/oder kurze Beine – perfekt für warme Sommertage und tropische Wellen.
- Long John / Short John: Ohne Ärmel, dafür lange oder kurze Beine. Ideal für maximale Bewegungsfreiheit bei mildem Wasser.
- Neopren-Top / Jacke: Dünne Tops (1–2 mm) für warme Bedingungen oder als Zusatzschicht – praktisch auf Reisen.
Zipper-Systeme – wo der Einstieg zählt
Reißverschluss ist nicht gleich Reißverschluss. Auch der Einstieg in den Anzug will gelernt sein – je nach Zipper-System kann das einfacher oder anspruchsvoller sein.
- Back-Zip: Klassisch am Rücken – einfach an- und auszuziehen, aber etwas mehr Wassereintritt.
- Chest-Zip: Quer über der Brust – besserer Schutz vor Kälte, dafür etwas trickreicher beim Einstieg.
- Zipless: Ganz ohne Reißverschluss – maximale Beweglichkeit & Dichtigkeit, aber du brauchst ein bisschen Übung beim Anziehen.
Nähte, Versiegelung & Co. – was wirklich warm hält
Nicht nur Material und Dicke zählen – auch die Verarbeitung macht einen großen Unterschied. Je besser die Nähte versiegelt sind, desto weniger Wasser kommt rein.
- Flatlock: Einfach vernäht – atmungsaktiv, aber nicht komplett dicht → für warmes Wasser geeignet.
- GBS (Glued & Blind Stitched): Verklebte & „blind“ vernähte Nähte – halten warm & dicht, ideal für kühles Wasser.
- Taped / Sealed: Innen oder außen zusätzlich abgeklebt – für maximale Dichtigkeit bei kaltem Wasser.
So sitzt dein Wetsuit richtig – und warum das entscheidend ist
Ein zu weiter Wetsuit bringt wenig – ein zu enger aber auch nicht. Der perfekte Sitz ist entscheidend für Wärme, Bewegungsfreiheit und Sicherheit.
- Eng anliegend, ohne Atemnot oder eingeengte Schultern.
- Rücken: Keine Luftfalte im unteren Bereich.
- Achseln & Schultern: Volle Beweglichkeit beim Paddeln.
- Arme & Beine: Enden bündig – nichts sollte hochrutschen.
Tipp: Größen variieren je nach Marke – also: Anprobieren lohnt sich!
Leihen, gebraucht kaufen oder neu? – Was sich wann lohnt
Du weißt noch nicht, wie oft du surfen wirst? Dann lohnt sich nicht sofort ein teurer Neokauf. Hier eine kleine Entscheidungshilfe:
- Leihen: Ideal für Einsteiger & erste Sessions. Nachteil: Nicht immer die beste Passform, oft schon durch.
- Gebraucht: Nachhaltig & günstiger – aber check den Zustand: Flex, Nähte, Geruch & Klebestellen.
- Neu: Lohnt sich ab ca. 2 Trips pro Jahr oder bei regelmäßigen Sessions (auch Citywave/Flusswelle). Gute Passform = wärmer & angenehmer!
Pflege-Tipps – damit dein Neoprenanzug lange hält
Ein Wetsuit ist kein Wegwerfprodukt. Mit ein bisschen Pflege bleibt er lange flexibel, dicht – und riecht nicht wie ein alter Fischkutter.
- Nach jeder Session mit Süßwasser ausspülen.
- Im Schatten trocknen, erst außen, dann auf links drehen.
- Breit aufhängen – besser über eine Stange als auf dünnem Bügel.
- Kein heißes Wasser, keine Waschmaschine!
- Spezialreiniger ab und zu verwenden.
- Sonne & Hitze meiden (z. B. Auto im Sommer).
Zubehör bei Kälte – so bleibst du warm
Manchmal reicht der Anzug allein nicht. Gerade im Winter oder bei starkem Wind lohnt sich zusätzliches Zubehör:
- Booties (Neoprenschuhe): Halten die Füße warm & geben Halt. Eng, aber nicht einschnürend tragen.
- Gloves (Handschuhe): 3–5 mm – Fausthandschuhe wärmer, Fingerhandschuhe gefühlvoller.
- Hood (Haube): Gamechanger bei kaltem Wind – als Zusatz oder fest integriert.




